Viele Wohnungen kleiner als im Mietvertrag angegeben

Posted by articleuzr on April 28th, 2013 — Posted in Immobilienberatung

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Bei etwa zwei Dritteln aller Wohnungen stimmen die im Mietvertrag genannten Quadratmeterzahlen nicht mit der tatsächlichen Wohnungsgröße überein, das schätzt der Deutsche Mieterbund (DMB). Ob Mieter in diesen Fällen fristlos kündigen dürfen, Ansprüche auf Mietminderung oder Rückzahlung bereits zu viel gezahlter Miete haben, hängt vom Ausmaß der Flächenabweichung ab. Beträgt diese mehr als 10 Prozent als im Mietvertrag angegeben, kann der Mieter das Mietverhältnis fristlos kündigen und zu viel gezahlte Miete zurückfordern. Es macht dann keinen Unterschied, ob im Vertrag die Wohnungsgröße exakt angegeben oder eine Ca.-Fläche genannt wird. Ist die Wohnung sogar um 15 Prozent kleiner, kann die Miete auch um 15 Prozent gekürzt werden – bei 20 Prozent können vom Mieter dementsprechend 20 Prozent zurückgefordert werden.

Weniger als 10 Prozent bedeutet Pech gehabt

Keinerlei Ansprüche hat der Mieter allerdings, wenn die Wohnung tatsächlich nur genau 10 Prozent kleiner ist, als im Mietvertrag angegeben oder wenn der Unterschied noch geringer ist. In diesem Fall zählt die vertraglich vereinbarte Wohnungsgröße, selbst bei Mieterhöhungen: Für nicht existierende Quadratmeter müssen Mieter dann laut der aktuellen Gesetzgebung eine höhere Miete zahlen. Aufgepasst werden sollte auch dann, wenn im Mietvertrag festgelegt ist, dass die Angabe der Quadratmeterzahl „unverbindlich“ ist, das heißt, nicht zur Festlegung des Mietgegenstandes dient. In einem solchen Fall hat der Mieter selbst bei deutlich größeren Flächenabweichungen von 20 Prozent und mehr keine Rechte.

Im Normalfall gelten bei der Ermittlung der Wohnfläche die gesetzlichen Vorschriften der II. Berechnungsverordnung oder der Wohnflächenverordnung: Diese schreiben vor, dass alle Räume und Raumteile zur Wohnungsgröße dazu zählen, die mindestens zwei Meter hoch sind. Nur zur Hälfte angerechnet werden Raumteile mit einer Höhe zwischen einem und zwei Metern und Raumteile mit einer Höhe von weniger als einem Meter zählen gar nicht mit. Außenbereiche wie Balkone und Terrassen werden in der Regel zu einem Viertel mit berücksichtigt.

 

Zuerst erschienen auf:

news.immobilo.de