Miete kürzen: Wenn der Fahr­stuhl im Haus defekt ist

Posted by articleuzr on Februar 10th, 2017 — Posted in Immobilienberatung

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Ein Leser fragt: Ich wohne im zweiten Stock. Der Aufzug ist defekt. Wie viel weniger Miete muss ich nun zahlen?

Finanztest antwortet: Der Kürzungs­betrag wird wohl zwischen 1 und 5 Prozent Ihrer Bruttomiete (Miete plus Betriebs­kosten) liegen. Entscheidend ist insbesondere, in welcher Etage Ihre Wohnung liegt. Das Gesetz nennt keine konkreten Beträge. Es sagt nur allgemein, dass die Miete bei einem Wohnungs­mangel um einen „angemessenen“ Betrag gemindert ist. Alte Urteile können Orientierung geben. Im Jahr 2014 entschied etwa das Berliner Amts­gericht Tempelhof-Kreuz­berg, dass ein Mieter in der zweiten Etage die monatliche Miete um 3 Prozent reduzieren darf, wenn der Aufzug (Az. 2 C 207/13) einen ganzen Monat lang defekt ist.

Der Kürzungs­betrag wird größer, je höher die Wohnung liegt. Das Amts­gericht Berlin-Mitte gestand einem Mieter im sechsten Stock eine Kürzung von 15 Prozent pro Monat zu (Az. 10 C 3/07).

Persönliche Umstände spielen keine Rolle: Sie dürfen nicht etwa mehr kürzen, weil Sie als Schwerbehinderter den Aufzug dringender brauchen als andere. Der Grund­satz bedeutet aber auch: Sie dürfen auch dann kürzen, wenn der Aufzug während Ihres Urlaubs kaputt ist.

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