Die Zukunft Berlins: Das Stadtentwicklungskonzept 2030

Posted by articleuzr on Mai 24th, 2013 — Posted in Immobilien

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Im Berliner Rathaus fand vor Kurzem eine Diskussionsrunde rund um das Thema Stadtentwicklung in Berlin bis 2030 statt, zu der der Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) eingeladen hatte. An der öffentlichen Veranstaltung konnte jeder teilnehmen, der Interesse am Thema hatte. Doch was sind die Ergebnisse des „Stadtforums 2030“, und was steckt eigentlich hinter dem Konzept?

Das Stadtforum dient als öffentliche Diskussionsplattform und ist ursprünglich nach der Wiedervereinigung errichtet worden, um den Zusammenschluss Ost- und West-Berlins städtetechnisch zu planen. Bis 2014 beschäftigt es sich unter dem Namen „Stadtforum 2030“ mit dem Stadtentwicklungskonzept 2030 und soll von Workshops und Gesprächen mit Experten begleitet werden. Die erste Sitzung fand nun vor Kurzem unter dem Motto „Wo steht Berlin, wohin geht Berlin?“ statt und beschäftigte sich mit den Zukunftsperspektiven Berlins.

Die Herausforderungen für Berlin

Ziel der Diskussionsrunden und des Stadtentwicklungskonzeptes ist es, die Stadt „fit“ zu machen für die Herausforderungen der Zukunft. Dazu zählt, neben dem Dauerbrenner steigende Mieten, auch die Frage nach demographischen Veränderungen und ihre Auswirkungen auf das Leben und Wohnen in der Stadt. Das Bevölkerungswachstum in Berlin lässt sich vor allem durch den Zuzug junger Menschen erklären, zum Teil kommen sie aus Krisenländern Südeuropas oder aus östlichen Schwellenländern. Bis 2030 soll sich die Einwohnerzahl um gut 250.000 Menschen auf 3,75 Millionen erhöhen. Es muss also genug Wohnraum geschaffen werden, um die Lage auf dem Wohnungsmarkt nicht noch mehr zu verschlimmern, gleichzeitig steigt mit dem wachsenden Anteil an Senioren der Bedarf an altersgerechten Wohnungen.

Kritik von Außen

Zentrale Schwierigkeiten der Stadt wurden etwa von Rainer Danielzyk von der Leibniz-Universität in Hannover angesprochen. Zwar lobte er die dominante Stellung Berlins in der Forschung, doch gegenüber anderen Metropolen hätte die deutsche Hauptstadt zu wenig Patentanmeldungen, was auf die schlechte Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft hinweise, zu wenig Großkonzerne mit Zentrale in Berlin, schlechte internationale Verkehrsanbindung und auch im Bildungsbereich müsste mehr getan werden. Auch die Wohnungsnot hätte Potenzial, zu sozialen Spannungen innerhalb der Gesellschaft zu führen.

Außerdem habe Berlin eine zu geringe Wertschöpfung, da insgesamt zu wenig Menschen Arbeit hätten, so Katrin Suder, Wirtschafsexpertin bei McKinsey. Hier müssen Pläne erstellt werden, die der Erschaffung von Zukunftsindustrien dienen. Mit neuen Wirtschaftsfeldern etwa könnten ihrer Meinung nach bis zu 500.000 Stellen in Berlin entstehen.

Erst nachdem 2 Stunden lang Vorträge gehalten wurden, konnten die Bürger selbst zu Wort kommen. Mancher Teilnehmer beschwerte sich über Berlin als autogerechte Stadt, was den Bedürfnissen des historischen Stadtkerns widerspreche, beklagte das Fehlen von barrierefreiem Wohnraum oder forderte die Stadt auf, mehr für Kinder zu tun.

Feste Ergebnisse nicht vor 2014

Insgesamt geht es also um Veränderungen, die für Berlin entweder als Chance oder eben als Risiko entpuppen können. Als Grundlage für das Stadtentwicklungskonzept dient eine ausführliche Analyse über Berlin. Auf über 100 Seiten werden Stärken und Schwächen der Stadt wissenschaftlich untersucht. Im Anschluss an die Diskussionsrunden wird ein Plan erarbeitet werden, der vom Senat kommendes Jahr verabschiedet werden soll. Lösungsvorschläge sind derzeit, bis auf wenige Ausnahmen, nicht in Sicht. Eine dieser Ausnahmen ist das Umbau des Alexanderplatzes, wo dank zahlreicher Neubauten zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden soll. Einige Details zum Umbau sind allerdings noch nicht geklärt, der Baustart ist frühestens für 2014 vorgesehen.

 

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